Partnergemeinde Clairoix

Wappen der Gemeinde Clairoix
Wappen der Gemeinde Clairoix

Die 1.700 Einwohner zählende Gemeinde Clairoix liegt ca. 60 km nördlich von Paris, 3 km nach Compiégne im Departement Oise. Die Departements-Hauptstadt Beauvais liegt ca. 65 km westlich von Clairoix. Im Wald von Compiégne wurden 1918 und 1940 Waffenstillstände zwischen Deutschland und der Entente bzw. Deutschland und Frankreich unterzeichnet. Compiégne hat z. Z. 45.000 Einwohner.

 Der 1. Bürgermeister von Clairoix war zu Partnerschaftsbeginn im Jahre 1992 Herr René Marsigny, sein Stellvertreter Bernhard Champagne.

An Gemeinschaftseinrichtungen bietet der Ort eine Schule, einen Kindergarten und eine Mehrzweckhalle.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche aus dem 17. Jahrhundert, die Reste der Vorgängerkirche aus dem 15. Jahrhundert und das in einem attraktiven Landsitz untergebrachte Rathaus. Lange lebte auf dem Landsitz seiner Verwandten, der heute als repräsentatives Rathaus dient, der Maler Joseph Porphyre Pinchon (1871 bis 1953), dessen Stil entfernt an Toulouse-Lautrec erinnert.

Das Alter des Ortes ist nicht genau bekannt, er dürfte wohl aus romanischer Zeit (11. / 12. Jahrhundert) stammen. Das Wappen von Clairoix bildet ein senkrecht stehendes Schwert, auf dem eine Krone flankiert von zwei Lilien sitzt. Ihre Bedeutung ist jedoch nicht bekannt.

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Französische und deutsche Jugendliche mit Pädagoginnen
Französische und deutsche Jugendliche mit Pädagoginnen

Am Montag den 4. Juli besuchten sieben französische Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren aus unserer Partnergemeinde Clairoix die Klasse 4a in der Grundschule Dormitz.

Sie wurden im Foyer der Schule schon von den Kindern und der Rektorin Frau Krieger, die auch die Klassenlehrerin ist,  erwartet. Nachdem Frau Krieger alle herzlich begrüßt hatte, sangen vier Mädchen ein Begrüßungslied in Französisch für die Jugendlichen.

Und dann ging es auch schon mit den ersten Spielen los. Jeder hatte ein Namensschild bekommen. Die erste Aufgabe war, dass sich alle ihrem Vornamen nach in einer Reihe alphabetisch aufstellen sollten. Nachdem die erste Schüchternheit bei den Viertklässlern überwunden war, klappte das ganz gut. Schwieriger war die zweite Aufgabe. Jetzt sollten sich alle nach dem Monat ihres Geburtstags aufstellen. Aber schließlich wurde auch diese Aufgabe erfolgreich gemeistert.

Anschließend ging es in das Klassenzimmer der 4a, wo Kleingruppen für die anstehende Schulhausrallye gebildet wurden. Jeweils zwei bis drei Schüler durften sich „ihren“ Franzosen bzw. Französin aussuchen. In der französischen Gruppe befand sich nämlich nur ein Mädchen.

Und dann ging es los mit der Schulrallye. Die Kinder hatten von Frau Krieger einen Plan mit Aufgaben bekommen. Es mussten verschiedene Gegenstände oder Orte im Schulhaus bzw. Außengelände gefunden und in Deutsch bzw. Französisch benannt werden. So lernten die Schüler, dass Kletterwand in Französisch mur d’escalade oder Lehrerzimmer salle des professeurs heißt.

Nach dem Ende der Rallye trafen sich alle wieder im Klassenzimmer und die Viertklässler durften die französischen Jugendlichen interviewen. Die ersten Fragen betrafen die laufende Europameisterschaft, wie „Wart ihr schon auf einem Spiel bei der EM?“ oder „Wer gewinnt die EM?“ Was für eine Frage! Unsere Gäste waren natürlich sicher, dass Frankreich gewinnen wird.

Es gab aber auch noch viele andere Fragen, z.B. Wo liegt Clairoix? Das konnte auf der Europakarte im Klassenzimmer geklärt werden.

Im Anschluss stand noch Sport auf dem Programm. Es bildeten sich zwei deutsch-französische Mannschaften. Die eine spielte Tischtennis und die andere Fußball. Alle hatten wirklich viel Spaß, aber leider war die Zeit viel zu schnell vorbei. Zum Schluss bedankten sich die Kinder und Frau Krieger bei jedem unserer französischen Jugendlichen mit einer Tüte Gummibärchen für ihren Besuch.
Wir hoffen, dass wir dieses schöne Zusammentreffen auch nächstes Jahr wiederholen können.

 

Bettina Höfner-Kögel

Der zwölfjährige Franzose Ilan war im Viertelfinale durch und durch Deutschland-Fan.
Der zwölfjährige Franzose Ilan war im Viertelfinale durch und durch Deutschland-Fan.
Deutsch-französisches Mannschaftsbild vor dem Fußballspiel der gemischten Teams auf dem Platz des FC Dormitz.
Deutsch-französisches Mannschaftsbild vor dem Fußballspiel der gemischten Teams auf dem Platz des FC Dormitz.
Im Jugenclub Leuchtturm fieberten die deutsch-französischen Freunde mit ihren Teams im Halbfinale mit.
Im Jugenclub Leuchtturm fieberten die deutsch-französischen Freunde mit ihren Teams im Halbfinale mit.

Das EM-Halbfinale Deutschland gegen Frankreich stand für den Freundeskreis Clairoix schon seit Wochen fest. Im Programm für den Jugendaustausch mit der französischen Partnergemeinde Anfang Juli hatte der Dormitzer Partnerschaftsverein die Fußball-Übertragung fest eingeplant. Und so trafen sich die Jugendlichen aus Clairoix und ihre deutschen Freunde im Jugendclub Leuchtturm, um gemeinsam das Nachbarschaftduell im TV anzusehen.

Der zwölfjährige Ilan aus Clairoix, der erstmals am Jugendaustausch teilnahm, wechselte dazu wieder die Seiten. Zum Viertelfinale der Deutschen war der pfiffige Junge noch als glühender Deutschland-Fan in schwarz-rot-goldener Maskerade erschienen. Im Jugendclub feierten die Partnerschaftsfreunde gemeinsam den Viertelfinal-Sieg von Jogis Mannschaft. Nachdem die Franzosen nachgezogen waren, musste Ilan einfach wieder umschwenken. „Ich habe euch gegen Italien geholfen“, sagte er ganz stolz. Aber im Halbfinale feuerte er nur seine „Blauen“ an. Vor der Partie war er von nicht weniger als einem 5:0-Sieg seiner Equipe Tricolore überzeugt. Am Ende war er über das 2:0 auch sehr glücklich.

Anfang Juli verbrachten Ilan und die sechs anderen französischen Jugendlichen im Alter von zwölf bis 16 Jahren wieder ihre erste Sommerferien-Woche in der Partnergemeinde. Der Freundeskreis Clairoix unter seinem Vorsitzenden Wolfgang Bigott hatte das Programm für den jährlich stattfindenden Austausch zusammengestellt: im Ort selbst Grillen bei der Feuerwehr und den First Respondern, Pizzaessen und Fußballschauen im Jugendclub Leuchtturm, Besuch in der Grundschule, Buchstützen-Bauen in der Schreinerei Rauh, gemeinsames Kochen im Pfarrheim, Töpfern, Luftgewehrschießen bei den Schützenfreunden und Fußballspielen beim FC Dormitz.

Auch in der Region waren die Jugendlichen unterwegs: Königsbad und Adventure-Golf in Forchheim, Tucherland Nürnberg, Einkaufsbummel in Erlangen, Angeln mit dem Fischereiverein Kleinsendelbach am Baggersee, Klettern in der Boulder-Halle Neunkirchen am Brand sowie ein Tag im Freizeitland Geiselwind. Bereits in den Pfingstferien hatten neun Jugendliche aus Dormitz und Umgebung eine Woche in Clairoix, 80 Kilometer nördlich von Paris, verbracht.

Der Bürgermeister Holger Bezold (FW), der die Besucher eine Woche zuvor am „Place de Clairoix“ vor der Feuerwehr Dormitz begrüßt hatte, meinte beim Abschied zu den Gästen: „Lieber gegen die Franzosen als gegen die Italiener verloren.“ Und Ilan rang den Gastgebern vor der 750 Kilometer langen Rückfahrt das Versprechen ab: „Im Endspiel gegen Portugal müsst ihr uns helfen.“ 

Bericht und Fotos: Freundeskreis Clairoix

Wunderschöne Tage (05.05. bis 07.05.2016) bei bestem Wetter haben wir zusammen mit unseren Freunden aus Clairoix verbracht. Der Aufenthalt bot nicht nur Zeit für kulturelle sondern auch viele gesellschaftliche Momente. So konnten wir den Gästen neben einem Ausflug in die Weltkulturerbestadt Bamberg ebenso unsere schöne und vielseitige Ortschaft vorstellen. Bei den geselligen Zusammenkünften wurden viele neue Bekanntschaften geschlossen und bestehende Freundschaften weiter vertieft.

Damit dieser Besuch und das gesamte Programm reibungslos Verlaufen konnte, wurden viele fleißige Hände benötigt. Ich danke daher allen, die an den Vorbereitungen zu den einzelnen Programmpunkten, aber auch danach tatkräftig und fleißig angepackt und mitgewirkt haben.

Einen besonderen Dank richte ich an den Vorsitzenden des Freundeskreises Wolfgang Bigott, welcher zusammen mit den Mitgliedern und vielen weiteren Helfern an der Planung und Organisation Maßgeblich mitgewirkt hat. Auch denjenigen die darüber hinaus in ihrer Freizeit in vielen Bereichen mitgeholfen.

Herzliches Dankeschön den Frauen, die sich in hervorragender Weise um das leibliche Wohl aller Gäste sowie den Küchendienst gekümmert haben. Des Weiteren auch dem Team vom Jugendclub Leuchtturm und allen Dolmetschern.

Durch dieses Treffen haben wir dieser Partnerschaft neue Energie verliehen. Durch die vielen Begegnungen wurde wieder aufgezeigt, dass diese Partnerschaft nicht nur einen offiziellen sondern vor allen Dingen einen persönlichen, menschlichen Rahmen und einen direkten Zugang zum Anderen bietet.

Gerne lade ich Sie alle ein, sich ebenfalls für die Fortentwicklung dieser Gemeindepartnerschaft mit einzubringen.

Merci beaucoup!

Ihr/ Euer

Holger Bezold

Partnerschaftsvertrag
Partnerschaftsvertrag

Die Entfernung von 738 Kilometern zwischen Dormitz und Clairoix bleibt gleich, doch die Bürger der beiden Gemeinden kommen sich immer näher. Seit 1992 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der oberfränkischen Gemeinde Dormitz (Landkreis Forchheim) und Clairoix im französischen Departement Oise, 60 Kilometer nördlich von Paris gelegen. Die Zeit gegenseitiger Besuche, in denen sich ein europäisches Gemeinschaftsgefühl genauso entwickelt hat wie tiefe persönliche Freundschaften, reicht noch weiter zurück.

Die ersten Kontakte entstanden zwischen den beiden Fußballvereinen der Orte durch Vermittlung eines Au-pair-Mädchens aus Erlangen, das 1987 in Clairoix arbeitete. Die junge Dame wurde in Clairoix gefragt, ob es in ihrer Heimat nicht einen Sportverein gäbe, der ein Fußballturnier mit dem FC Clairoix austragen würde. Einer ihrer Arbeitskollegen, der aus Weiher stammt, in Ermreuth verheiratet ist und damals in Dormitz Fußball spielte, nannte ihr den FC Dormitz. Der Kontakt kam dann über den damaligen FCD-Vorsitzenden Herbert Fröhlich zustande.

Der FC Dormitz reiste dann erstmals 1988 zu einem Turnier nach Clairoix. Ein Jahr später folgten die Fußballer des FC Clairoix der Gegeneinladung nach Dormitz, zusammen mit dem ebenfalls französischen Club FC Trélazé, der mit dem FC Clairoix in Verbindung stand. Begleitet wurde die Mannschaft aus Clairoix vom damaligen Bürgermeister René Marsigny, einem Grandseigneur von wahrhaft europäischem Format. Er trug in seinem Herzen den Wunsch nach einer Partnerschaft und rannte bei den Dormitzern offene deutsch-französische Türen ein.

Im Rahmen der 850-Jahr-Feier des Ortes Dormitz im Jahr 1992 unterzeichneten Rene Marsigny und sein Dormitzer Pendant Gerhard Schmitt (seit 1990 im Amt) die Partnerschaft offiziell.

Von Beginn an wurden sie tatkräftig von ihren Stellvertretern Bernhard Champagne und Franz Brendel sowie Dr. Ernst Rehm (Dritter Bürgermeister von Dormitz) unterstützt. Ein Jahr später folgte das feierliche Zeremoniell der „Jumelage“ auch in der Gemeinde Clairoix. Entsprechend fanden die Fünf- und Zehn-Jahres-Feiern (1997/98 und 2002/03) in beiden Orten statt.

Anlässlich der Besiegelung der Partnerschaft weihten die europäischen Freunde gemeinsam in Dormitz einen neuen Dorfbrunnen ein. Im Jahr darauf dokumentierte eine neu gepflanzte Friedenslinde im Park vor dem repräsentativen Rathaus von Clairoix die Freundschaft zwischen den beiden mit jeweils rund 2000 Einwohner gleich großen Gemeinden.

Nicht nur auf „politischer“ Ebene entwickelten sich enge Bande: Ob Fußballclubs, Feuerwehren, Tennisclubs, Schützenvereine oder rein private Kontakte: jedes Jahr finden gegenseitige Besuche in Frankreich und Deutschland statt.

Die bewegte Geschichte beider Nationen gerade im 20. Jahrhundert erwies sich nicht als Hindernis zu partnerschaftlichen Beziehungen. Anschauungsunterricht gibt es jeweils vor Ort: Clairoix liegt nur drei Kilometer von Compiègne entfernt, und von Dormitz sind es nur 20 Kilometer nach Nürnberg. Der offene, ehrliche und unvoreingenommene Umgang mit der Historie erwies sich vielmehr als Schlüssel zu einem gegenseitigen Kennen- und Verstehenlernen, was mitunter zu tiefen Freundschaften führte.

Seit dem Jahr 2000 amtiert in Clairoix der neue Bürgermeister Laurant Portebois. Zur steten Intensivierung der Kontakte bildeten sich in beiden Gemeinden Partnerschaftsausschüsse mit den Vorsitzenden Henri Lesoin (Clairoix) und Bruno Schmitt (2. Bürgermeister von Dormitz). Sie kamen im April 2004 bei einer Besprechung in Metz überein, künftig alle drei Jahre Partnerschaftstreffen zu organisieren. So findet im Jahr 2012, verbunden mit der 20-Jahr-Feier der „Jumelage“, wieder ein großes Treffen in Dormitz statt.

Schon bei der zehnjährigen Partnerschaftsfeier in Dormitz wurde mit den französischen Gästen vereinbart, einen Jugendaustausch zu ermöglichen. Seitdem besuchen regelmäßig Schüler aus den beiden Orten ihre Partnergemeinde.

Informationen über ihre Partnergemeinde können sich die Bürger beider Orte auf den jeweiligen Netzseiten ihrer Gemeinden sowohl in französischer als auch auf deutscher Sprache holen. Darüber hinaus gaben Sprachkurse in beiden Orten sowie ein von der Gemeinde Dormitz 2003 herausgegebenes deutsch-französisches Wörterbuch Hilfestellungen. Letzte Verständigungsprobleme werden notfalls mit Händen und Füßen beseitigt. Auch wenn die geografische Entfernung bleibt: Dormitz und Clairoix kommen sich immer näher.

Um die partnerschaftliche Aktivität auf eine breitere Basis zu stellen, wurde anstelle des Ausschusses am 26. Oktober 2006 der Freundeskreis Dormitz-Clairoix als eingetragener Verein gegründet mit dem offiziellen Namen „Freundeskreis Clairoix e. V.“.

Am 26. Oktober 2006 um 20 Uhr kamen im Schützenheim, Sebalder Straße 12a, in Dormitz 20 Personen zusammen, um die Gründung des Vereins Freundeskreis Clairoix zu beschließen. Der Zweite Bürgermeister Bruno Schmitt erläuterte, weshalb der Verein gegründet werden sollte. 19 der 20 Anwesenden stimmten der Gründung und der vorgelegten Satzung per Handzeichen zu. 19 Anwesende bestätigten als Gründungsmitglieder ihren Beitritt durch ihre Unterschrift auf der vorliegenden Satzung.

Bei der Wahl des Vorstandes wurde Bruno Schmitt mit 18 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung zum Ersten Vorsitzenden und Wolfgang Bigott mit 18 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung zum Zweiten Vorsitzenden gewählt. Die Versammlung wählte aus ihren Reihen weitere Mitglieder des Vorstandes (Kassier, Schriftführer, Beisitzer für Öffentlichkeitsarbeit, Jugendaustausch, Partnerschaftstreffen, Übersetzungen sowie Kassenrevisoren).

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf jährlich € 5 für Jugendliche, € 12 für Erwachsene und € 18 für Familien festgesetzt. Der Verein hat (Stand Ende 2010) 68 Mitglieder.