Information zum Sachstand der Ortsumgehung für Dormitz

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

solange keine öffentlichen Auslegungen und Bürgerbeteiligungen stattfinden, verlaufen die Arbeiten im Planfeststellungsverfahren nahezu unbemerkt im Hintergrund weiter und die Bürgerinnen und Bürger bekommen davon meist nichts mit. Die zuständigen Behörden sind derzeit dabei, die restlichen Verfahrensschritte zum Planfeststellungsverfahren abzuarbeiten, auch wenn es aktuell nach außen hin ziemlich ruhig um dieses Thema geworden ist. Mit folgenden Informationen möchte ich Sie auf dem Laufenden halten:

Die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen dient zur vorzeitigen Bürgerbeteiligung, wobei jeder seine Bedenken im Verfahren einbringen kann. Viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch Interessenvertreter, haben davon Gebrauch gemacht. Durch die umfangreiche Prüfung und Abwägung der einzelnen Einwendungen entstehen Verzögerungen bei der Fortführung des Verfahrens, ebenso wie die Anregungen, die beim Ministerbesuch 2015 vorgebracht wurden. Die Planungen werden nun in diesen Bereichen durch das Staatliche Bauamt Bamberg fortgeschrieben und die entsprechenden Umplanungen vorgenommen. Insbesondere betroffen sind davon die Führung des Radverkehrs am Kreisverkehr vor der Ortseinfahrt nach Uttenreuth-Weiher sowie der Kreisverkehr an dieser Stelle selbst. Ebenfalls ist von der Umplanung die Überführung des öffentlichen Feldweges „Weiherer Weg“ betroffen. Der Vorschlag von der damaligen Bürgerinitiative, den Radverkehr kreuzungsfrei unter der Straße zu führen, führte dazu, dass der Kreisverkehr angehoben wurde, um den Radweg unter der Straße durchzuführen. Beim Besuch des Innenministers Joachim Herrmann im Jahre 2015 wurde allerdings diese Variante wieder in Frage gestellt, worauf das Staatliche Bauamt Bamberg eine erneute Änderung vornahm. Nicht wie ursprünglich angedacht, den Radverkehr unter der Straße hindurch zu führen, was eine Anhebung des Kreisverkehrs erforderlich machte, sondern die Überführung des Radweges über die Straße wird jetzt in den neuen Planungen verfolgt. Dabei wird der Kreisverkehr-Süd um 30 Meter in Richtung bestehender Staatsstraße verschoben und auf Geländeniveau abgesenkt. Die Umplanung solcher Abschnitte erfordert eine umfassende Planungsänderung, da auch das betroffene Umfeld mit angepasst werden muss. Hierfür sind umfangreiche Prüfungen und Voruntersuchungen notwendig, bevor diese in die Planung mit aufgenommen werden können.

Anfang Dezember 2017 erfolgte auch eine erneute Verkehrszählung in der Ortsdurchfahrt Dormitz. Mit diesen Zählwerten und den Ergebnissen der Straßenverkehrszählung 2015 wird das der Planfeststellung zugrunde liegende Verkehrsgutachten aktualisiert und in das laufende Verfahren einbezogen.

Bis zur geplanten Vorlage der Tekturunterlagen bei der Planfeststellungsbehörde, was bis zum vierten Quartal 2018 geschehen soll, sind nun noch folgende Arbeiten zu erledigen:

• Einarbeitung der geänderten landschaftspflegerischen Begleitplanung
  (Grunderwerbspläne, Bauwerksverzeichnis, etc.)

• Einarbeitung des Ergebnisses der Verkehrsuntersuchung
  (Aktualisierung der Lärmberechnung, etc.)

• Prüfung einer Mustermappe durch die Regierung von Oberfranken

Hinsichtlich einer vorgezogenen Anbindung der vorhandenen Gewerbebetriebe in der Langenau und Erleinhofer Straße konnte ich bereits Gespräche sowohl mit Herrn Innenminister Joachim Herrmann sowie auch mit Herrn Baudirektor Zeuschel vom Staatlichen Bauamt Bamberg führen. Insbesondere war es mir ein Anliegen, die Anwohner in der Erleinhofer Straße und den Nebenstraßen vom zunehmenden Verkehr zu entlasten und auch die Emissionen dort zu reduzieren. Mit diesen Forderungen trat ich an den Innenminister, aber auch an das Staatliche Bauamt Bamberg heran. Sowohl der Innenminister als auch Herr Zeuschel zeigten großes Verständnis für diese Überlegungen. Aus Sicht der Fachbehörde wurde allerdings davon abgeraten, im laufenden Planfeststellungsverfahren ein Parallelverfahren zu eröffnen, da dies zu Schwierigkeiten im Hauptverfahren führen würde. Im Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt Bamberg wurde vereinbart, die Vorprüfung der Planungsunterlagen bei der Regierung von Oberfranken abzuwarten. Danach könne man sich über weitere Verfahrensschritte zur vorzeitigen Anbindung von "Langenau" überlegen.

Sofern aktuelle Informationen zum laufenden Verfahren vorliegen, werde ich Sie wieder informieren.

Holger Bezold

1. Bürgermeister